Normaler Federverlust und -ersatz ( Mauser )
Die haüfigsten Mauserformen sind die Vollmauser, bei der zeitgleich auch die zum Fliegen benötigten Schwung- und Schwanzfedern erstetzt werrden sowie die Teilmauser. Bei letzterer werden Flugfedern nur in einem solchen Ausmaß gewechselt, dass daraus keine Flugunfähigkeit resultiert. Die meisten Ziervögel wechseln ihr Gefieder ohne Verlust der Flugunfähigkeit, wobei die Mauser beispielsweise bei Wellensittichen in wenigen Wochen durchlaufen wird und deutlich sichtbar ist, bei vielen Großpapageien dagegen allmählich erfolgt.
Grundsätzlich ist die Mauser für den Vogel eine Stressituation, er ist in dieser Zeit anfälliger für Erkrankungen und unterstützende Mineralstoff- und Vitamingaben ( z.B. Korvimin ZVT ) sind sinnvoll.
Viruserkrankungen ( Polyoma- und Circovirusinfektionen )
diese Erkrankungen können bei allen Papageien und Sitticharten auftreten. Beide Erkrankungen spielen bei Jungtieren eine besondere Rolle, können aber auch bei erwachsenen Tieren auftreten.
Sie sind als sehr ansteckend einzustufen und äußern sich häufig erst Monate nach der Infektion. Deshalb ist es wichtig, bei Vögeln, die neu in den Bestand aufgenommen werden, eine Quarantäne und gegebenfalls eine Untersuchung audf diese Viren durchführen. Diese vorbeugenden Maßnahmen sind äußerst wichtig, da im Falle einer Ansteckung und dem daraus resultierenden Auftreten von Befiederungsstörungen die Erkrankung derzeit unheilbar ist und der Verlauf letztlich tödlich sein kann. Die Untersuchung auf diese Viruserkrankung kann anhand von Feder-, Blut- und Tupferproben durchgeführt werden.
Parasiten
Knemidokoptes ( Räubermilben ) sind häufige, meist bei Wellensittichen und Kanarienvögeln vorkommende Parasiten. Meist wird zunächst Verdickung der Wachshaut oder der Haut an den Ständern beobachtet. In späteren Stadien entwickeln sich krustig-borkige Auflagerungen in diesen Bereichen, es kann zu Federausfall kommen. Auch wenn die sichtbaren Krankheitsanzeichen offensichtlich sind, sollten durch eine mikroskopische Untersuchung anderer Erkrankungsursachen ausgeschlossen werden. Geeignete Medikamente bekämpfen die Milben schnell und erfolgreich.
Rote Vogelmilben, Feder- und Federspulmilben können ebenfalls Hautveränderungen und Befiederungsstörungen hervorrufen.
Durch Bakterien oder Pilze bedingte Befiederungsstörungen
Viele Bakterien können Hautirritationen hervorrufen, welche sich wiederum in Federrupfen äußern können. Ihr Tierarzt kann ein Hautgeschapsel zur Untersuchung auf Bakterien entnehmen.
Schimmelpilze wie Aspergillus oder Mucor, Hefepilze Wie Candida führen gleichfalls zu Hautirritationen und durch die infolgedessen intensivierte Gefiederpflege bedingte Federverlust. Auch diese Erkrankungen können nur durch die kulturelle oder mikroskopische Untersuchung eines Hautgeschabsels diagnostiziert werden.
Fehlernährung
Ernährungsmängel können erheblich zu Befiederungsstörungen beitragen. Meist erscheint das Federkleid glanzlos, oft missgestaltet oder struppig, beim Fehlen essentieller Nahrungsbestandteile ( Aminosäuren ) kommt es ferner häufig zu Farbveränderungen. Vitamin-A Mangel wird im Zusammenhang mit verschiedenen Befiederungsanormalitäten gesehen, und ein absoluter Eiweißmangel kann den normalen Mauserverlauf behindern. Leider fehlen im kommerziell erhältlichen Körnerfutter häufig wichtige Vitamine und mineralstoffe. Deshalb ist die Zufütterung eines unterstützenden Ergänzungsmittel ( z.B. Korvimin ZVT ) sehr wichtig.
Verhaltensstörungen
Selbstverstümmelung ( Federrupfen oder Benagen der Haut ) kann primäre oder sekundäre Verhaltensstörungen als Ursache haben. Im natürlichen Lebensraum würde der Vogel einen Geschlechtspartner oder einen Schwarm von Artgenossen zur sozialen Interaktion zur Verfügung haben. In der Gefangenschaft können menschliche Sozialpartner diese Lücke kaum vollständig füllen.
Nicht angepasstes Dominanzverhalten, Frustration durch unerfüllten Fortpflanzungstrieb, Langeweile, fehlende Partnerbindung und unbefriedigter Nestbautrieb, alle verstärkt durch hormonelle Einflüsse und mangelnde Abwechslung, sind bei Haltung in Obhut des Menschen entscheidende Faktoren für das Auftreten von Verhaltensstörungen.
Sowohl die Diagnose wie auch die Therapie solcher Verhaltensstörungen bedarf einer intensiven Analyse der Haltungsbedingungen.
Psittakose - Ornithose
Es gibt nur einen winzigen Unterschied: Psittakose betrifft
Papageienvögel und Sittiche, Ornithose alle anderen Vögel. Der Grund für
diese unterschiedlichen Bezeichnungen liegt in der Vergangenheit, man konnte
Mangels entsprechender Geräte früher nicht erkennen daß es immer die gleiche
Sache war.
Dabei handelt es sich um eine Infektion mit als Chlamydium
Psittaci bekannten Bakterien. Diese Bakterienarten, also die
Clamydien, sind beileibe nicht selten, andere Clamydienarten als die hier
erwähnte rufen z.B. auch alle möglichen Krankheiten beim Menschen
hervor.Daß diese Bakterien auch Menschen befallen ist der Grund warum
Psittakose / Ornithose gemeldet werden müssen.
Diese Krankheiten sind
eben auch für den Menschen nicht ungefährlich. Wird die Infektion nicht
behandelt so können bis zu 1% aller Betroffenen daran sterben.
Für die
kranken Vögel ist die Infektion sehr viel gefährlicher, hier besteht immer
höchste Gefahr. Da der Amtstierarzt eingeschaltet wird, so wird auch die Art
und Dauer der Behandlung von diesem angeordnet und überwacht. Auch die
verhängten Quarantänemaßnahmen müssen unbedingt eingehalten werden.
Hier
wird nach dem Bundesseuchengesetz gehandelt, wenn keine Quarantäne der
kranken Vögel möglich ist werden diese getötet !
Der Autor findet im
Zeitalter der Antibiotika die hier sehr gut wirken dieses zumindest
teilweise für überflüssig, auch die Schutzmaßnahmen scheinen übertrieben
angesichts weiter unten geschildeter Verbreitung dieser Erreger unter der
Vogelwelt.